Ich liege in den letzten Zügen der Steuererklärung, daher gab es auch in den letzten paar Wochen nicht so viel Zeit fürs Taschenblog. Aber morgen bin ich sie los – und damit wahrscheinlich um eine saftige Nachzahlung ärmer, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Seit dem Wochenende ist eine gewisse Lena-Mania ausgebrochen, der ich mich nicht ganz verschliessen kann. Neben vielen Fanartikeln, die wucherartig aus dem Boden spriessen, gibt es aber auch “ernsthafte” Produkte, die den Namen Lena tragen.
Hier z.B. eine kleine, blumige Tasche mit dazu passender Geldbörse oder Make-Up-Tasche, passenderweise Made in Germany.
Oder die Handtaschenreihe Da Lena Handbags der serbischen Designerin Sandra Jankovic, sehr hübsche Exemplare übrigens.
Und wusstet ihr, dass auch Louis Vuitton eine Clutch nach unserer Lena benannt hat? Ok, erst war die Clutch, dann Lena, aber egal. Immerhin ist sie so schlicht schick schwarz, wie auch das Auftrittskleid der diesjährigen ESC-Gewinnerin.
Dann gibt’s auch noch ein paar (Taschen-) Designerinnen namens Lena, wie Lena Bergström, oder Lena Erziak. Lena ist heuer überall.
Die kleine Meldung zwischendurch:
Angela Mathea von Frauen lieben Taschen hat zum Girls’ Day letzte Woche ein Interview über das unerschöpfliche Thema Frauen, Taschen und Trends gegeben.
Könnt ihr nachhören bei Netradio Kulmbach
Am 27. Mai läuft der neue Sex and the City in den USA an, irgendwann danach wird er sicher auch nach Europa kommen, wo ich ihn mir ganz sicher ansehen werde.
HP als derzeitiger Partner hat schon jetzt einen kleinen Trailer zur Verfügung gestellt, den ich mir natürlich genauestens angesehen habe, um wenigstens einen kleinen Blick darauf zu erhaschen, welche Tasche(n) denn diesmal durch die Filmsets geführt werden.
Viel habe ich nicht erkennen können, das Wesen des Trailers sind leider rasante Schnitte und Szenenwechsel. Riesige und kleine, glänzende und knallfarbige Taschen habe ich ausgemacht.
Was mich zum Schluss führt: die Sex and the City Tasche wird es wohl nicht geben.
Auch gut, brauchen wir so doch keinem Trend hinterherzurennen, sondern können uns wieder den Taschen widmen, die uns wirklich gefallen.
Auf der Cebit wurden auch dieses Jahr verschiedene Preise verliehen, u.a. war erneut das in der Nähe von Hannover ansässige Unternehmen BREE dabei, ausgezeichnet wurde das Modell Ayzit 3, ein Ledershopper mit zwei verschiedenen Henkellängen, so dass der Shopper am Arm, über der Schulter oder als Rucksack getragen werden kann. Hergestellt wird er übrigens in Deutschland, worauf sich scheinbar, zumindest im hochpreisigeren Segment wieder mehr Unternehmen besinnen.
Aufgenommen habe ich jedoch nicht das diesjährig preisgekrönte Produkt, sondern die Trolleys der Serie Dallas aus leichtem und sehr strapazierfähigem Polypropylenfilz mit buntem Innenleben, die 2005 den iF Design Award bekommen haben:
Zur Einstimmung hier noch ein paar weitere Taschen, die mir am ersten Tag vor die Kamera gelaufen sind:
Und hier noch die offizielle Messengerbag der Exklusivblogger der Cebit Global Conferences 2010:
Dass Taschen Kunstobjekte sein können, ist nicht ungewöhnlich, meistens sind aber diese Taschen ungewöhnlich. So wie die von Diana Moore, die bereits 2004 in einer Ausstellung in New York zu bewundern waren.
Da gibt es eine Seedy Purse, eine Holy Purse, eine Clutch Purse und noch einige andere, allen gemeinsam ist wohl, dass sie aus schmiedeeisernem Material mehr oder weniger deutlich der weiblichen Brust nachgebildet sind.
Die High Society isst nicht, sie speist. Und sie picknickt auch nicht, also nicht mit Hähnchen, Frikadellen, Kartoffelsalat oder ähnlich urbanem Essen. Wenn schon Picknick, dann stilecht, ohne Essen, nur mit Champagner.
Mehr würde in die Picknicktasche auch gar nicht reinpassen, ja, eine Tasche, die High Society nutzt schliesslich auch keinen schnöden Picknickkorb, sondern es muss ein Köfferchen aus feinstem Leder sein.
Wenn schon Understatement, dann richtig, gell?
Die eigentlich schon 2007 veröffentlichte No White Werbekampagne des ukrainischen (?) Labels Luciano Carvari macht gerade die Runde durch die einschlägigen Blogs und Trendseiten.
Prinzip: alles auf den Fotos ist hell, blass, weiss – bis auf die beworbenen Schuhe und Taschen. Das allein wäre noch nicht so arg ungewöhnlich, aufsehenerregend sind die Posen, in die sich die Models quasi zwängen mussten.
Wenn man überlegt, wie lange Models bei einem Shooting mitunter in solchen Stellungen verharren müssen – ein hartes Stück Arbeit. Aber es hat sich wohl gelohnt, die Kampagne bekommt immer noch oder wieder Aufmerksamkeit.
Und wenn ihr jetzt auch neugierig seid, hier oder hier sind die Fotos archiviert.
Beim Steampunk handelt es sich eigentlich um eine literarische Gattung in der Tradition von z.B. Jules Verne, in der die Dampfkraft auch die fantastischste Maschine antrieb.
Und was braucht man, wenn man in solchen Welten unterwegs ist? Ratet. Richtig, eine Tasche. Da passt diese Steampunk-Tasche, die es wirklich gibt, perfekt hinein.
Gefertigt wurde sie aus einem kupfernen Behälter, der mich an ein Ofenrohr erinnert, mit Lederbändern versehen, Karabinerhaken verbinden einen Schultergurt, ein lederner Tragegriff ist aber auch dabei, der Dosendeckel wird mit einem Pinnöppel an einem ebenfalls ledernen Band festgehakt.
Eine richtig gute Tasche.
Immer dieses lästige Kofferpacken, ins Auto schleppen, zum Flughafen fahren, Gepäck aufgeben, am Ende der Reise wieder abholen, ins Mietauto schleppen, zum Hotel fahren, ins Zimmer schleppen, auspacken, alles zerknittert. Und dann auf der Rückreise das gleiche Drama, mit dem einzigen Unterschied, dass die Wäsche zu Hause zerknittert und dreckig ist.
Das muss doch nicht sein. Zumindest in den USA gibt es da z.B. den FlyLite-Service. Registrieren, den Koffer virtuell packen, der Desktopmanager erledigt das real und stellt Koffer samt frischgebügeltem Inhalt ins Hotelzimmer. Nach der Reise wird alles wieder sauber und gebügelt nach Hause geschafft.
Das ist entspanntes Reisen, fürwahr.
Ob es einen ähnlichen Service auch für uns als Reiseweltmeister gibt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Vielleicht ein Geschäftsmodell, das man hier auch etablieren sollte?
Man kann ja heutzutage fast alles mieten, warum nicht auch einen Taschenträger? Natürlich heisst das in stylish Rent a Bag-Boy, es gibt den Service, soweit ich weiss, bisher nur in Österreich.
Der Bag-Boy begleitet die leidenschaftliche Shopperin schon für 69 € drei Stunden lang, trägt Taschen, Tüten und Jacken auch in Übergröße, und soll sogar modefirm genug sein, um den ein oder anderen Stylingtipp geben zu können.
Wer es ganz glamourös mag, kann sich und den taschentragenden Herrn in einer Stretchlimousine von Shoppingtempel zu Fashioncenter transportieren lassen. Dann ist der Bag-Boy auch nicht überlastet, sondern kann zwischendrin die Einkaufstüten im Kofferraum verstauen.
Zum zweiten möchte ich euch noch auf eine eigentlich bereits letzten November auf der ESOMAR Qualitative vorgestellte Studie “Bag Stories” aufmerksam machen, deren Ergebnisse in der Juni-Ausgabe der Petra veröffentlicht sind.
150 Taschen-Interviews mit Frauen aus 17 Ländern wurden ausgewertet, wichtigste Erkenntnis: Handtaschen sind die tragbare Form der Emanzipation. Ausserdem verbringen Frauen durchschnittlich 76 Tage ihres Lebens damit, in ihren grossen Handtaschen zu wühlen. Erstaunlich, nicht? Verschwendete Zeit? Ganz klar: nein! Denn was wären wir ohne unsere Handtaschen, in denen alles dabei sein muss? Nur halb so clever.